Freitag, 31. Juli 2009

Jeden Abend

Jeden Abend sollst du deinen Tag
prüfen, ob er Gott gefallen mag,
ob er freudig war in Tat und Treue,
ob er mutlos lag in Angst und Reue;
sollst die Namen deiner Lieben nennen,
Hass und Unrecht still vor dir bekennen,
sollst dich alles Schlechten innigst schämen,
keine Schatten mit ins Bette nehmen,
alle Sorgen von der Seele tun ,
dass sie fern und kindlich möge ruhn.

Dann getrost in dem geklärten Innern
sollst du deines Liebsten dich erinnern,
deiner Mutter, deiner Kinderzeit;
sieh, dann bist du rein und bist bereit,
aus dem kühlen Schlafborn tief zu trinken,
wo die goldnen Träume tröstend winken,
und den neuen Tag mit klaren Sinnen
als ein Held und Sieger zu beginnen.
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Gedicht von Hermann Hesse

Amos 5,6.8

Sucht den HERRN und lebt...;sucht den, der das Siebengestirn und den Orion gemacht hat und den Todesschatten in Morgen verwandelt.

Schöpfer und Erlöser
Unser heutiges Bibelwort zeigt uns das große Handeln Gottes zunächst in der Schöpfung und dann in der Erlösung.
Gott hat das ,,Siebengestirn und den Orion gemacht". Er ist der Schöpfer des ganzen unendlichen Weltalls. Denken wir nur an unsere Milchstraße, die nach Angaben von Astronomen Milliarden von Sternen enthält, die größrn sind als die Sonne. Aber die Gelehrten berichten uns noch von weiteren Millionen solcher Milchstraßen. Diese ,,astronomischen Zahlen " können uns einen Eindruck geben von der Größe unseres Schöpfers,
Und dieser große Gott ,,verwandelt den Todesschatten in Morgen". Seitdem die Sünde in die Welt gekommen ist, liegt der Hauch des Todes über allem Lebenden. Keiner kann sich diesem kalten Schatten entziehen. Aber als ,,Heiland-Gott" hat er den ,,Todesschatten in Morgen verwandelt", hat uns neue Hoffnung auf die Zukunft gebracht. Und wie ist das geschehen? Indem Er seinen eingeborenen, geliebten Sohn auf die Erde sandte. Der Sohn Gottes wurde Mensch um das Problem der Sünde zu lösen.
Dazu ist der Herr Jesus Christus in seinem Kreuzestod das Sühneopfer geworden, der Stellvertreter für alle, die sich in ihrer Sündennot zu ihm wenden und an ihn glauben. Ihnen schenkt Gott ewiges Leben, dem auch der Tod nichts anhaben kann.
Für den Gläubigen ist das Sterben - der ,,Todesschatten" - nur das Tor zur Herrlichkeit des Himmels, zu einem ungetrübten Leben der Freude und des Glücks bei Christus, seinem Erlöser. Ja, solch ein Gott ist unser Gott!

Montag, 20. Juli 2009

Apostelgeschichte 3,19-21

So tut nun Buße und bekehrt euch, damit eure Sünden ausgetilgt werden, damit Zeiten und Erquickung kommen vom Angesicht des Herrn und er den euch zuvor bestimmten Christuns Jesus sende, den freilich der Himmel aufnehmen muss bis zu den Zeiten der Wiederherstellung aller Dinge, von denen Gott durch den Mund seiner heiligen Propheten von jeher geredet hat.
Apostelgeschichte 3, 19-21

Gedanken zur Apostelgeschichte
Vieles in dieser zweiten Predigt des Apostels Petrus in Jerusalem gilt für alle Zeiten. Dazu gehört die Zusage Gottes, dass Er den Menschen ihre Sünden vergibt, wenn sie Buße tun und sich bekehren.
Doch in den Worten von Petrus liegt auch eine besondere Botschaft für seine jüdischen Hörer. Als sie Jesus von Nazareth kreuzigten, haben sie ,,den ihnen zuvor bestimmten Christus" ermordet. Jesus ist ja der Messias, der von Gott gesalbte König Israels, dessen Erscheinen im Alten Testament verheißen ist.
Gibt es jetzt keine Hoffnung mehr für Israel als Volk? - Wird das Friedensreich des Messias auf der Erde nun nicht mehr kommen?
Gott lässt Israel durch Petrus sagen, dass Er unverbrüchlich zu seinen Verheißungen steht! Und wenn sie - als ganzes Volk -Buße tun und sich bekehren, dann sollen ,,diese Zeiten der Erquickung" kommen, dann sendet Er ihnen den Messias erneut auf die Erde.
In der Zwischenzeit ist Christus in der Herrlichkeit. Und jetzt werden Menschen aus allen Völkern der Erde herausgerufen, um an Christus zu glauben und ein neues Volk zu bilden, ,,ein Volk für seinen Namen"(Kap. 15,14)
Das künftige Friedensreich Jesu wird eine ,,Wiederherstelung aller Dinge" sein - eine ,,Wiedergeburt" der Erde. Denn dann wird der Fluch von der Erde genommen, der seit dem Sündenfall auf ihr liegt(Matthäus 19,28; Römer 8,20,21).

Mittwoch, 15. Juli 2009

Hebräer 2,9 + 1. Korinther 6,20

Durch Gottes Gnade hat Jesus für alles den Tod geschmeckt.
Hebräer 2,9

Denn ihr seid um einen Preis erkauft worden; verherrlicht nun Gott in eurem Leib.
1. Korinther 6,20

Die biblische Lehre von der Gnade Gottes gehört zu den Grundpfeilern des Evangeliums. Doch hin und wieder wird sie auch missverstanden. - Die Gnade ist nicht eine Art Nachsicht, die Gott unseren kleineren Verfehlungen entgegenbringt. Und noch weniger ist sie eine Anerkennung, die Er unseren Bemühungen zollt, etwa so: ,,Tut euer Bestes, dann wird Gott das Übrige tun." Und schließlich, ,,entschuldigt" die Gnade nicht die Sünde - sie tilgt sie aus.

Die Gnade Gottes ist eines der Schlüsselthemen der Heiligen Schrift. Gott isrt ,,der Gott aller Gnade" (1. Petrus 5,10) Die Menschen mit demHerrn Jesus Christus bekannt zu machen bedeutet, ,,das Evangelium der Gnade Gottes zu bezeugen" (Apostelgesch. 20,24)
Die Gnade hat ihren Ursprung im Wesen Gottes selbst. Sie bedeutet, dass Er seine Liebe, seine unverdiente Gunst, denen erweist, die gesündigt haben. Und so wird die Gnade Gotttes uns allen angeboten, denn ,,alle haben gesündigt" (Römer 3,23). Die Gnade beschränkt sich aber nicht darauf, den Schuldigen freizusprechen: Sie gibt, sie bereichert.
Was ist nun der Preis der Gnade? Sie hat Gott unendlich viel gekostet. Er hat ,,seinen eigenen Sohn nicht verschont", der gestorben ist, um unsere Sünden zu tilgen(Römer 8,32). Für uns aber ist sie umsonst. Das trifft unseren Stolz; aber wir könnten auch gar nichts tun, um die Gunst Gottes zu erwerben. Wir müssen sie als reines Geschenk zum Glauben annehmen.
,,Zu einfach!", sagt vielleicht jemand. - Ab ver wäre es nicht eine Beleidigung Gottes, wenn wir bezahlen wollten, was er uns gibt?